10 Gründe gegen Scientology:

1. Die Würde des Einzelnen ist dem System Scientology untergeordnet.
2. Nicht Scientologen gelten durchweg als geisteskrank und damit als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft.
3. Um Mitglieder zu gewinnen, ist Scientologen Lügen ausdrücklich erlaubt.
4. Es geht Scientology nicht, wie propagiert, um Hilfestellung bei persönlichen Problemen, sondern allein um die weltweite Verbreitung ihrer totalitären Ideologie.
5. Scientology tritt bei ihrem Kursangebot unter verschiedenen Decknamen auf, um Kunden gegen deren Willen zu indoktrinieren.
6. Psychomanipulation und ausgeklügelte Sozialtechniken unterdrücken die selbstständige Entscheidungsfindung der Mitglieder.
7. Eine Scientology Mitgliedschaft führt oftmals in die finanzielle Verschuldung, gleichzeitig sinkt suchtartig der Widerstand davor, weitere Kurse zu kaufen.
8. Meinungsfreiheit existiert innerhalb Scientology nicht. Ansätze von Widerstand werden durch Gehirnwäsche und Zwangsarbeit im Keim erstickt.
9. Durch unsachgemäße Anwendung von Psychotechniken innerhalb Scientologys besteht die Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung.
10. Scientology Mitglieder sind ausdrücklich aufgefordert, gegen Kritiker vorzugehen.

Die Scientology-Organisation
eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Landes

I. Entstehung
Scientology wurde 1954 in Los Angeles durch den Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard (1911-1986) gegründet, seit 1970 ist sie in Deutschland aktiv. Weltweit hat die Organisation nach Schät-zungen des Bundesamtes für Verfassungsschutz bis zu 125.000 Mitglieder, davon in Deutschland etwa 5.000 bis 6.000, Scientology selbst spricht von 12.000 Mitgliedern.
Grundlage der scientologischen Ideologie ist neben weiteren Schriften Hubbards sein 1950 veröf-fentlichtes Buch "Dianetik - Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit", in dem er seine "Technologie" zur "Heilung psychosomatischer Krankheiten und geistiger Störungen" darlegt. Im Laufe der 50er Jahre gründete Hubbard erste "Dianetik-Zentren" in den USA. Hubbard erkannte schnell die wirtschaftlichen und steuerlichen Vorteile einer Umwandlung seiner Organisation in eine Kir-che und erklärte sein Verfahren der Psychomanipulation zur Religion: 1954 wurde Scientology als "Church of Scientology international" gegründet.

II. Zielsetzung
Scientology betrachtet die von L. Ron Hubbard entwickelte Lehre als einzige Rettung einer angeb-lich vom Niedergang gekennzeichneten Gesellschaft. Hubbards Techniken sollen Menschen "geis-tig befreien", um anschließend als nahezu fehlerlos funktionierende "clears" bzw. höher trainierte "Operierende Thetane" die Kontrolle über ihre Umgebung auszuüben. Die Schaffung des vermeint-lich neuen, omnipotenten Menschen mündet in einen dogmatischen politischen Alleinvertretungs-anspruch: Durch "Expansion", d.h. durch eine fortwährend wachsende Zahl hochtrainierter Sciento-logen in "Schlüsselpositionen" und durch Einführung von Hubbard-Verfahren auf breiter Front in Politik, Staat und Wirtschaft will Scientology langfristig eine konfliktfreie und perfekt funktionie-rende scientologische Gesellschaftsordnung errichten. Für den gesellschaftlichen Fortschritt sieht diese Programmatik vor, Gegner zu "isolieren" und nur "Clears" Bürgerrechte zu gewähren. Dieses visionäre Ziel bezeichnet Scientology mit "Clear Deutschland", "Clear Europa" und "Clear Planet".

Auf einer Expansionskonferenz in Brüssel wurde im April 2006 in diesem Zusammenhang die Er-öffnung von Scientology-Repräsentanzen in europäischen Hauptstädten geplant. Als Teil dieser Expansionsstrategie kann nach Brüssel, Madrid und London die Anfang 2007 eröffnete Zentrale in Berlin gesehen werden. Erklärtes Ziel der Sekte ist es, verstärkt Scientologen in Entscheiderpositi-onen in Politik und Wirtschaft zu bringen und Einfluss auszuüben. Auch in den Bundesländern sind Expansionsbestrebungen Scientologys zu beobachten: In Hannover ist die Einrichtung eines ähn-lich großen Zentrums wie in Berlin geplant, in Stuttgart versucht Scientology seit längerem, ein repräsentatives Gebäude zu erhalten. In der Freiburger Innenstadt ist Anfang 2007 ein sog. "Zent-rum für Lebensfragen" eröffnet worden. In Berlin ist neben der Repräsentanz mittlerweile eine zusätzliche Filiale in der Nähe des Kurfürstendamms eröffnet worden, weitere Filialen seien ge-plant.

III. Struktur
Das oberste Management Scientologys in den USA ("Religious Technology Center") führt die Or-ganisation nach einer strengen Hierarchie: Es degradiert die Basis weitgehend zu Befehlsempfän-gern, erwartet hohe Einsatzbereitschaft und fortwährende finanzielle Opfer. Dabei kann sich das Management bei der Durchsetzung seiner Vorgaben auf die paramilitärisch organisierten Kader der "Sea Organization" ("Sea Org") stützen. Kennzeichnend ist die Schaffung von Feindbildern und ein Weltbild, das Züge einer Verschwörungstheorie trägt: Eine "unter Drogen stehende Bevölkerung" werde durch die Psychiatrie unmündig gehalten und kontrolliert. Insbesondere die Scientology-Hilfsorganisation "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte" (KVPM) führt deshalb immer wieder Diffamierungskampagnen durch.

Im Innenverhältnis ist ein rigides System von Belohnungen und Strafen ("Ethik") und eine eigene "Justiz" vorgesehen. Vor allem durch die umfassende Fragetechnik des "Auditing" und "Sicherheits-überprüfungen" am "E-Meter" (eine Art einfacher Lügendetektor) sowie zusätzliche Kontrolle durch "Wissensberichte" der Scientologen kann die Organisation intimste Kenntnisse über ihre Mitglieder erlangen und Kritiker frühzeitig erfassen. Ein organisationseigener Nachrichtendienst ("Office of Special Affairs" - OSA) hat die Aufgabe, Kritiker und Gegner auszuforschen und unter Umständen repressive Maßnahmen zu treffen: Gegner und "Abtrünnige" werden teilweise auf unterstem Ni-veau geschmäht, herabgewürdigt und vor Gericht verklagt.

Nach Hubbard ist es ein Schwerverbrechen, sich öffentlich von Scientology abzuwenden. Als Ende Juli 2007 der 25-jährige Stiefsohn und die 14-jährige Stieftochter einer hochrangigen Scientologin aus der Org Berlin nach Hamburg "geflohen" sind, um Hilfe bei der Arbeitsgruppe Scientology des Hamburger Senats zu suchen, welche unter der Leitung von Ursula Caberta seit Jahren Scientolo-gy-Aussteiger betreut, wurde Caberta von den Eltern u. a. wegen öffentlicher Äußerung auf Verlet-zung der Privatsphäre der 14-Jährigen verklagt. Ebenso ging die Sekte, wenn auch vergeblich, im Juli 2007 juristisch gegen die Veröffentlichung von Ursula Cabertas lesenswerten "Schwarzbuch Scientology" vor.

Die Scientology-Ideologie zielt darauf ab, Befehle kompromisslos durchzusetzen und Widerstand aus dem Weg zu räumen. Kritik- und Kompromissfähigkeit - Grundvoraussetzungen für das Funk-tionieren eines demokratischen Gemeinwesens - sind nicht erwünscht. Das Hubbard-Programm lässt keine Gewaltenteilung, die Bindung der Exekutive an Recht und Gesetz oder das Recht auf Bildung einer Opposition erkennen. Die Scientology-Ideologie ist daher unvereinbar mit der ver-fassungsmäßigen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland.

IV. Mitgliedergewinnung
Um das eigene Vorwärtskommen bei Scientology zu gewährleisten, stehen Scientology-Mitglieder unter dem finanziell bedingten Zwang unentwegt Neumitglieder, "Raw Meat", zu werben und lang-fristig an Scientology zu binden. Oft schon beim ersten Kontakt dient ein 200 Fragen umfassender "Persönlichkeitstest" als Grundlage für die weitere "Lebenshilfe". Dieser Test ist nach Angaben des Scientology-Aussteigers Wilfried Handl so präpariert, dass jeder getesteten Person ein Problem diagnostiziert wird, für das Scientology Lösungswege anbieten könne.

Öffentlich stellt Scientology bei der Anwerbung neuer Mitglieder und Kunden den angeblich kari-kativen Charakter ihrer "Sozialprogramme" zur individuellen Lebenshilfe in den Vordergrund, oft-mals, ohne dass der Name Scientology erwähnt wird. Gezielt wird u. a. mit Hilfe von Nachhilfe-Instituten ("Applied Scholastics") und Programmen für Drogenabhängige ("Narconon") auf junge Menschen, die in ihrer persönlichen Entwicklung möglicherweise noch nicht gefestigt sind, bzw. auf psychisch labile Menschen zugegangen. Bundesweit gibt es 30 bekannte Nachhilfe-Institute mit Verbindungen zu Scientology. Hinzu kommen weitere 60 bis 80 Tarnorganisationen. Seit Mai 2006 hat der Deutsche Philologenverband wiederholt auf die verstärkten Aktivitäten Scientologys im Bildungsbereich aufmerksam gemacht und Kriterien zur Bewertung von Nachhilfe-Instituten veröffentlicht.

Ebenso bieten Unternehmensberater und Managementtrainer innerhalb des Scientology-Wirtschaftsverbandes "World Institute of Scientology Enterprises" ("WISE") Hubbard-Techniken und -Kurse oftmals an, ohne ihre Kunden über den scientologischen Hintergrund zu informieren. Zutage tritt hier das rücksichtslose Macht- und Gewinnstreben entsprechend Hubbards Devise "make money - make more money ...".

Fakt ist: Scientology wird unterschätzt. Jeder Mensch, egal welchen Bildungsgrads oder Alters kann - gerade durch das zum Teil verdeckte Auftreten von Scientology - in die Fänge der Sekte geraten. Auch wenn der Rückweg aus Scientology zunächst offen scheint, bildet sich im Laufe professionel-ler Psychomanipulation neben finanzieller Verschuldung ein Abhängigkeitsverhältnis, aus dem sich die wenigsten Mitglieder wieder befreien können. Erste Hilfe kann daher nur Aufklärung vor jedem Kontakt bedeuten. Es gilt zudem: Wer von Scientology verklagt wird, braucht professionelle Hilfe, wer bedrängt oder bedroht wird, sollte sofort Kontakt mit der Polizei aufnehmen.

V. Beobachtung von Scientology
1997 hat die Innenministerkonferenz beschlossen, Scientology bundesweit durch das Bundesamt für Verfassungsschutz zu überwachen. Das Verwaltungsgericht Köln hat diese Maßnahmen im Jahr 2004 als rechtmäßig eingestuft, wogegen Scientology Berufung eingelegt hat. Eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster steht noch aus.

Nach Recherchen der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages wurde Scientology zwischen 2001 und 2005 in mindestens elf Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Jahr 2005 sind die Verfassungsschutzbehörden in sie-ben Bundesländern betreffend Scientology aktiv gewesen. Berlin musste die Überwachung auf Grund eines Urteils des Verwaltungsgerichts Berlin aus dem Jahre 2001 einstellen, hat aber die Beobachtung Ende Mai 2007 wegen der zunehmenden Aktivitäten Scientologys in Berlin wieder aufgenommen.

Während es in den 90er Jahren noch eine große öffentliche Debatte über die von Scientology aus-gehenden Gefahren gab, werden diese heute anscheinend nicht mehr ernst genommen. Auch die Aufklärungsarbeit von Medien und staatlichen Stellen ist offenbar nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor zehn Jahren. Aufklärung ist jedoch der einzige Schutz vor Scientology.

VII Junge Union gegen Scientology
Auf Beschluss des JU-Deutschlandtages vom November 1991 ist eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der Jungen Union und der "Scientology Church" unvereinbar. Bereits Anfang der 90er veröffent-lichte die Junge Union Deutschlands ihre Broschüre "Seelenriss", um über die Methoden von Scien-tology zu informieren. Im Scientology-Beschluss des JU-Deutschlandtages von 1996 fordert die Junge Union zudem ein entschlossenes Vorgehen gegen die Scientology- Organisation sowie u. a. die Beobachtung Scientologys durch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Junge Union Deutschlands sieht es als ihre Pflicht an, insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene intensiv auf die von Scientology ausgehenden Gefahren hinzuweisen und gerade angesichts ihrer verstärk-ten Aktivitäten in Deutschland einer Verharmlosung der Sekte entgegenzuwirken.

Anlässlich des Auftritts des hochrangigen Scientologen John Travolta bei "Wetten dass..?" forderte die Junge Union Freiburg und der JU-Landesverband Baden-Württemberg das ZDF auf, den Schauspieler auszuladen. Mit einer Flugblattaktion vor der Sendung informierte die Junge Union über Scientology. Zwar ist in der Sendung am 31. März 2007 das Wort "Scientology" nicht gefallen. Dennoch geht mit dem Auftritt des Hollywood-Stars die Scientology-Strategie auf, durch die bloße Präsenz von prominenten Mitgliedern für die Sekte zu werben. Neben Travolta gehören u. a. Hollywood-Schauspieler Tom Cruise und Katie Holmes, Chick Corea, Priscilla und Lisa Marie Presley Scientology an. In Deutschland wurde im Jahr 2006 die Scientology-Mitgliedschaft von Lindenstraßen-Darsteller Franz Rampelmann alias "Olaf Kling" bekannt. Auf Bundesebene hat sich die Junge Union an die Verantwortlichen in den öffentlichen Medien gewandt, mit der Aufforderung Sciento-logy in Zukunft keine öffentliche Plattform zu bieten.

Die Politik der Jungen Union beruht auf der Achtung des Menschen als einmaliger, unverwechsel-barer und eigenverantwortlicher Persönlichkeit mit unantastbarer Würde. Schon deshalb gilt es, den Werbeversuchen von Scientology durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit entgegenzuwirken und nachhaltig über Ziele und Strategien der Sekte aufzuklären.

gez.

Deine Jungen Union!